• Second Act, fourth scene

    Second Act: Fourth scene



    MARIETTA
    Du machst mir eine Szene –?
    Spürst mir nach –

    PAUL
    Verlogen und verderbt bist du –
    Wirfst zuchtlos dich und schamlos weg –
    Nahmst mir sogar den Freund –
    Du hältst mit Frank!

    MARIETTA
    Das ist nicht wahr!

    PAUL
    Er selbst gestand es – kurz zuvor.
    Hier –
    Dies entriß ich ihm !

    MARIETTA
    Nun – wenn dus weißt –
    Was gibt dir Rechte über mich?
    Ich tu, was mir gefällt.

    PAUL
    Du – hüte dich!

    MARIETTA
    Du bist grotesk.

    PAUL
    Erniedrigt hast du mich mit deiner Niedrigkeit,
    Betrogen meinen Traum.

    MARIETTA
    Dann geh – ich halt dich nicht.

    PAUL
    Und glaubst du, Elende, ich liebte dich ?
    Dein Fleisch begehrte ich,
    Dein wissend Liebkosen!
    Niemals liebt ich dich –
    Ich liebe eine Andere.

    MARIETTA
    Die jagte dich doch fort ?
    Wer hielt es aus mit dir ?

    PAUL
    Schweig oder hör, was dich zerschmettert !
    Vernimm mein grauenvoll Geheimnis!
    Ich küßte eine Tote in dir.
    Liebkost in deinem Haar nur das der Andern –
    Erlauscht in deiner Stimme nur die ihre –
    Fühlt, dich umarmend, nichts als ihre Haut,
    Nur ihre Wärme, ihren Duft.
    Nur sie allein liebt ich –
    In dir liebt ich nur meine Tote!

    MARIETTA
    Verdammt – das Bild – dein totes Liebchen?

    PAUL
    Wags nicht – sprich nicht von ihr
    S’ war meine Gattin! Eine Heilige !
    Du gleichst betörend ihr,
    Bist ihr unwürdig Ebenbild!
    Begreifst du nun, was du mir warst ?
    Ein Nichts, ein leerer Schatten
    Für meine ewig, heiß Geliebte?
    Wie hasse, wie veracht ich dich,
    Die meinen edlen Schmerz,
    Den reinen Wahn mir hat beschmutzt!
    Ich bin gesunken, tief gesunken !
    Doch nun hab ich mich wieder,
    Hab abgerechnet, bin befreit –
    Erlöst bin ich ! Ja, erlöst !
    Wir zwei sind fertig !!

    MARIETTA
    Du leidest,
    So wild du mich beschimpft hast,
    Du dauerst mich. Was ist geschehn ?
    Du übertreibst. Man stellt mir nach.
    Ich seh nicht übel aus, hab heißes Blut.
    Bin jung – bin jung !
    Ich bin vergnügt und liebe das Vergnügen.
    Bin Tänzerin, gehör der Welt an,
    Und brauch den Rausch für meine Kunst.
    Was willst du denn? Du undankbarer!
    Hab ich nicht glücklich dich gemacht?
    Gehöre ich nicht dir ?
    Mein Leib, deß Duft dich so berückt,
    Mein Haar, das deine Hand durchwühlt –

    PAUL
    Ja, ja!… Der Duft, das Haar…

    MARIETTA
    Siehst du, ein wenig liebst du mich doch –!

    PAUL
    Nein, nein, ich begehrte dich –

    MARIETTA
    Und willst mich nun nicht mehr –?

    PAUL
    Laß mich – laß mich –
    Schändlich entweiht hab ich der Toten Recht!
    Hielt ich auch fern dich ihrem Heime,
    Hab ich sie schon in deinem Haus entweiht.
    Und was du mir gabst, was du mir gewährt,
    Grausam hat es holden Traum mir zerstört

    MARIETTA
    Nichts ist zerstört, nichts ist geschehn,
    Du belügst dich selbst.
    Ersehnten Traum, ersehntes Glück –
    Genossest dus nicht süß und warm?

    PAUL
    Brügge, entweiht hab ich dich und sie.

    MARIETTA
    Gab ich dirs nicht und keine andere ?
    Winkt es dir weiter nicht in meinem Arm?
    Du bist verdüstert, armer Freund,
    Dem schwarzen Wasser gleichst du hier,
    Für das der bleiche Mond kaum scheint.
    Mich aber liebkost der weiße Strahl,
    Wie mir erst recht die Sonne hold.

    PAUL
    Brügge, entweiht hab ich dich und sie.

    MARIETTA
    Und selbst so reich beschenkt zum Lebensmahl,
    Schenk ich dir Mondessilber, Sonnengold!
    Sieh ins Gesicht mir, das du so geliebt –
    Dein ists! Und dein mein Aug,
    Und dein zu heißer Stund
    Der durstge, lustgeschwellte Mund –

    PAUL
    Dein Mund – dein Mund –

    MARIETTA
    Hier, hier, nimm und trink!

    MARIETTA
    Willst du noch fort von mir,
    Mich opfern deiner Toten?

    PAUL
    Betörend Weib,
    Bin dir verfallen,
    Unlösbar…
    Gibst mir den Rausch…

    MARIETTA
    Des Lebens und der Liebe Macht
    Sie halten dich
    An mich gekettet…
    Unlösbar…
    Schlürf den Trank
    Der höchsten Lust,
    Den süßen Rausch,
    Vergessenheit.

    PAUL
    Verlaß mich nicht – ich liebe dich…
    Geh nicht von mir!

    MARIETTA
    So sprich :
    Wen küssest du in mir ?

    PAUL
    Nur dich, nur dich –

    MARIETTA
    Weß Haar liebkosest du?

    PAUL
    Das deine, nur das deine –

    MARIETTA
    So komm –

    PAUL
    Zu dir, zu dir !

    MARIETTA
    Nein, nicht zu mir ! –
    Ich will dich fortan ganz !
    Im Hause der Toten such ich dich auf,
    Zu bannen das Gespenst für immer!
    Ich will zu dir !
    Zum erstenmal zu dir!

    PAUL
    Wohin du willst –
    Gib mir den Trank,
    Gib mir Vergessenheit,
    Den süßen Rausch!

    MARIETTA
    So komm
    Und trink Vergessenheit
    Im süßen Rausch!



    In this scene, Paul and Marietta are the only protagonists. They start to reproach each other, Paul with some elaboration, Marietta in anapaests.



    Then Paul, since 'Schweig oder hör' begins a lenghty intervention, with the harmony fluctuating, without establishing itself in any given tonality. The motifs of "Marie", "Vision" and "Love" can be heard. From an A-flat when he mentioned the sanctity of Marie in 'S’ war meine Gattin! Eine Heilige !', Paul's vocal line moves between high G and high A, to finish in a high B-flat in fortissimo, 'Wir zwei sind fertig'.

    With Marietta's intervention, a kind of calm is restored. We can hear the Flutes and the clarinetes, while Marietta sweetly sings in Eflat major. She is a dancer, and she loves pleasure. The violins introduce the motif of "Reconciliation"



    In 'Ja, ja!… Der Duft, das Haar…' Paul is trying to resist Marietta's charms, using the motif "Love". But everything is in vain. Also with "Love" Marietta sings some wonderful high A. Paul finally gives up and ask the mouth of his lover, "dein Mund..., dein Mund", while the orchestra celebrates Marietta's victory with a tutti on the motif of "Bruges", before inmersing in an ethereal atmosphere.

    The voices of both singers are slowly melting together, until they come together in another high A, while the orchestra link the motifs of "Life" and "Marietta", in A major.



    This is the end of the scene, as sung by King and Armstrong:



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